Alternative Unterbringungsmöglichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen prüfen und verbindlich einplanen!

08.06.2017: Forderungen des Stadtsportbundes Köln und der Sportjugend Köln im Sinne des Kölner Sports

(c) LSB NRW I Andrea Bowinkelmann

Mit Blick auf die weltpolitische Lage ist für den Stadtsportbund Köln und die Sportjugend Köln die Thematik der Notunterbringung von Geflüchteten in Köln aber noch nicht abgeschlossen. „Es müssen zeitnah Konzepte für eine wiederholte Notunterbringung von der Verwaltung erarbeitet und von der Politik unterstützt werden“, sagt Klaus Hoffmann, Vorsitzender des Stadtsportbundes  Köln. Man müsse aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre die Schlüsse ziehen und verbindliche Pläne ausarbeiten. „Dieses Szenario, dass Geflüchtete menschenunwürdig untergebracht werden und dem organisierten Sport die Räumlichkeiten, die zur Integrations- und Inklusionsarbeit Voraussetzung sind, entzogen werden, darf sich nicht wiederholen“, mahnt Schaefer. Selbstverständlich sei der organisierte Sport auch zukünftig bereit, sich im Falle eines erneuten Flüchtlingsstroms zu beteiligen – als ein Akteur von vielen aus allen gesellschaftlichen Bereichen der Stadt Köln.  
 
Hierzu haben der Stadtsportbund Köln und die Sportjugend Köln Forderungen im Sinne des Kölner Sports formuliert:
 
- Zukünftig muss von Beginn an ein besserer Informationsfluss zwischen Stadtverwaltung und Sportverwaltung/ Stadtsportbund sowie den Vereinen gewährleistet sein. Dafür ist der Stadtsportbund in eine Task Force einzubinden.
- Es muss eine Bevorratung einer bestimmten Anzahl von Plätzen geben, um einen größeren Zustrom von Geflüchteten unterbringen zu können, ohne sofort weitere Notunterkünfte einrichten zu müssen.
- Es müssen alternative Unterbringungsmöglichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen dieser Stadt geprüft und verbindlich eingeplant werden – beispielsweise Gewerberäume, kirchliche Räume, Kulturbetriebsräume oder auch städtische Räume. Damit Geflüchtete menschenwürdig untergebracht werden können müssen auch unkonventionelle Wege beschritten werden.
- Die Gültigkeit des § 246 Abs. 10 BauGB des am 26.11.2014 in Kraft tretenden Gesetzes über Maßnahmen im Bauplanungsrecht zur Erleichterung der Unterbringung von Flüchtlingen sollte über den 31.12.2019 hinaus verlängert werden.
- Über den Städtetag muss darauf eingewirkt werden, die Anwendung des Königssteiner Schlüssels (aus dem Jahr 1949) als die Berechnungsgrundlage für die Zuweisung von Flüchtlingen auf die Bundesländer und das weitere Prozedere der Verteilung bis in die Kommunen auf den Prüfstand zu stellen.