„Bei gleichbleibender Flüchtlingszahl werden im Laufe dieses Jahres alle Hallen frei sein!“

08.03.2017: Pressegespräch zur Unterbringung Geflüchteter in Köln

Wohnungsamts-Chef Josef Ludwig, Sozialdezernent Dr. Harald Rau und Flüchtlingskoordinator Hans Oster.

Wie lange müssen Schul- und Vereinssport noch auf die Turnhallen verzichten? Neben der allgemeinen Entwicklung der Flüchtlingssituation und einem Konzept für Mindeststandards bei der Unterbringung war auch die Rückgabe der noch belegten Hallen ein Thema im Pressegespräch, zu dem die Stadt Köln eingeladen hatte.

Bei seiner Einführung betonte Sozialdezernent Harald Rau, dass er von der integrativen Leistung des Sport und der Vereinskultur hochgradig beeindruckt sei. „Dass wir besonders die wichtigen Akteure wie Vereine und Schulen, die Integration betreiben, mit der Belegung der Hallen schwächen mussten, ist sehr schmerzhaft und tut mir besonders leid“, so Rau.
Trotz seines Bedauerns: Noch immer sind derzeit (Stand: 7. März) 15 der ursprünglich 27 Hallen belegt. Von den 12 freigezogenen Turnhallen stehen zurzeit nur sieben dem Schul- und Vereinssport wieder zur Verfügung. „Wir sind jetzt in der Lage, die Hallen peu à peu freizuziehen“, verwies Rau auf die Abnahme der Flüchtlingszahlen und den daraus resultierenden Belegungsabbau in Notunterkünften.

Zwei bis vier Turnhallen sollen laut Wohnungsamts-Chef Josef Ludwig in diesem Monat noch freigezogen werden. Als nächste Hallen führte er folgende auf: Niehler Kirchweg (Nippes), Westerwaldstraße (Humboldt/ Gremberg), Am Portzenacker (Dünnwald) und Burgwiesenstraße (Holweide). „Diese vier Hallen werden wir – mit der Schwierigkeit der Turnhalle für allein reisende Männer – meiner Einschätzung nach sicher relativ schnell frei haben“, so Ludwig.

Bei einer Kapazität von 2.000 Plätzen in den noch belegten Hallen und zurzeit aber nur 1.217 dort untergebrachten Geflüchteten drängt sich die Frage auf, ob es nicht sinnvoll wäre , die Geflüchteten zusammenzulegen und damit einige Hallen schneller freiziehen zu können. „Das macht wenig Sinn, dass Geflüchtete, die in zwei Wochen die Notunterkünfte verlassen und woanders unterkommen, noch in eine andere Halle umziehen müssen“, sagte Ludwig auf Nachfrage. Auch ein Auffüllen der Hallen mit geringerer Priorität sei nicht möglich. Hier müsse ein Puffer für neue Zuweisungen vorgehalten werden, damit im Falle erneut steigender Flüchtlingszahlen nicht wieder die sich bereits im Auszug befindlichen Hallen, genutzt werden müssten.

Wie sieht der Zeitrahmen für den Freizug aller noch genutzten Turnhallen aus? Dazu die klare Aussage vom Wohnungsamts-Chef: „Bei gleichbleibender Flüchtlingszahl werden im Laufe dieses Jahres alle Hallen frei sein!“

Hier finden Sie einen Bericht im Kölner Stadtanzeiger über die Situtation in Köln

Hier finden Sie einen Bericht in der WDR Lokalzeit Köln über die Situation in Köln