„Et hätt noch immer jot jejange“?

04.08.2017: Noch immer fehlt ein Konzept für eine zukünftige Notunterbringung Geflüchteter in Köln

Foto: LSB NRW I Andrea Bowinkelmann

Vor knapp zwei Monaten haben Stadtsportbund und Sportjugend ihre Vorschläge und
Forderungen hinsichtlich zukünftiger Konzepte für die Notunterbringung Geflüchteter an Kölner Politik und Verwaltung formuliert. Seither gab es immer wieder Meldungen über Verzögerungen bei der Rückgabe von Hallen sowie über zurückgegebene Turnhallen als ob letzteres Erfolgsberichte wären. Dabei sind es lediglich Nachrichten über das Ende eines Desasters – Meldungen zu langfristigen Notunterbringungs-Konzepten waren allerding nicht zu lesen.

„Gespräche mit CDU-Landtagsvertretern, Schulministerin Yvonne Gebauer und Verantwortlichen des Landesportbundes NRW haben noch einmal bestätigt, dass unsere Forderungen nicht nur berechtigt sind, sondern auch, dass die Kölner Sportvereine bundesweit am intensivsten und längsten gelitten haben“, berichtet Klaus Hoffmann, Vorsitzender des Stadtsportbundes Köln. Nicht nur weil der Sport stets als erstes hinten runter falle, sondern auch im Hinblick auf menschenwürdige Unterbringung sei dies ein drängendes Thema. Jetzt gäbe es die Gelegenheit, verbindliche Optionen einzuplanen, bevor die Unterbringungsmöglichkeiten im Notfall ohne ein Konzept wieder teurer und schlechter würden. Bisher könne man aber keine Bemühungen seitens der Stadtverwaltung und der Politik erkennen, dass Lehren aus den Ereignissen der vergangenen Jahre gezogen und Konzepte hierzu entwickelt würden – jedenfalls sei dem Stadtsportbund als Vertreter des organisierten Sportes in Köln keines bekannt.

Helmut Schaefer, Vorsitzender der Sportjugend Köln, ergänzt: „Solange es kein langfristiges Konzept gibt, werden wohl bei einer Flüchtlingswelle die gleichen Mechanismen wie zuvor greifen: Schließlich erscheint es als vermeintlich einfachste Lösung, die Turnhallen zu belegen.“ Er rät den Verantwortlichen, dringend zu überdenken, ob dies der richtige Weg sei. Denn es erscheine fraglich, ob die Solidarität und Willkommenskultur im Sport gegenüber der Stadt beim nächsten Mal noch in dem Maße vorhanden seien, wenn nicht auch Akteure aus anderen gesellschaftlichen Bereichen wie beispielsweise Kunst, Kultur oder Karneval verpflichtend ihren Teil bei der Unterbringung leisteten.

„Et hätt noch immer jot jejange! ist hier mit Blick auf die weltpolitische Lage sicher nicht der richtige Ansatz“, so Hoffmann. „Wir können unsere Forderungen an dieser Stelle nur noch einmal unterstreichen: Wir erwarten, dass seitens der Verwaltung und der Politik jetzt endlich ein Konzept erarbeitet und präsentiert wird – bevor es zu spät ist.“

Hier können Sie die Forderungen noch einmal nachlesen