„Sanierungsbedarf von mindestens 2 Milliarden Euro“

27.07.2017: Florian Braun, Oliver Kehrl (beide CDU) und Dr. Christoph Niessen (LSB NRW) zu Gast beim Stadtsportbund

Foto v.l.: Dr. Martin Müser, Helmut Schaefer, Florian Braun (CDU), Oliver Kehrl (CDU), Klaus Hoffmann, Christine Kupferer, Dr. Christoph Niessen (Vorstandsvorsitzender des LSB NRW)

Mit Florian Braun und Oliver Kehrl waren in dieser Woche auch zwei Kölner CDU-Landtagsabgeordnete zum Austausch im Haus des Kölner Sports. Neben den VertreterInnen von Stadtsportbund und Sportjugend nahm der Vorstandsvorsitzende des Landessportbundes NRW, Dr. Christoph Niessen, am Gespräch teil, um sich in dieser Runde über verschiedene Themen aus dem organisierten Sport auf Kommunal- und Landesebene auszutauschen. „Im Landessportbund sind über fünf Millionen Mitglieder organisiert, 220.000 alleine im Stadtsportbund Köln, sagte Kehrl. „Hier verbinden sich Sport, Ehrenamt und viele wichtige gesellschaftliche Aufgaben wie Inklusion, Jugendarbeit und Integration. Bei diesen Themen wollen wir mithelfen. Daher war uns dieser Termin ein großes Anliegen.“

Ein wichtiges Thema, das die beiden CDU-Vertreter durch ihre Arbeit in der Kölner Politik kennen, ist der oftmals desolate Zustand der Sportstätten. Niessen sprach in diesem Zusammenhang von einem geschätzten Sanierungsbedarf von mindestens zwei Milliarden Euro in NRW, tendenziell eher mehr. „Wir brauchen ein Zuschussprogramm des Landes für die Sanierung von Sportstätten, wo nicht nur die Kommunen, sondern auch die Sportvereine Anträge für die Sanierung ihre Sportstätten stellen können“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende des LSB NRW. Das sei eine längerfristige Aufgabe, die in ihrer Dimension mit der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur vergleichbar sei. Sie müsse von der neuen Landesregierung in Angriff genommen werden. „Wir wollen gemeinsam mit den Vereinen Lösungen erarbeiten, um die Sanierungen zu beschleunigen“, meinte Braun. Und Kehrl ergänzte: „Auch die Zusammenarbeit mit privaten Partnern kann dazu beitragen.“
Christine Kupferer, Geschäftsstellenleiterin der Sportjugend Köln, verwies auf die Niederlande, in denen Sporthallen ohne Einhaltung von DIN-Normen gebaut werden können. „Das ist eine pragmatische Lösung, über die man auch für Deutschland nachdenken sollte“, forderte sie. „Wenn eine Halle nicht genormt sein muss, kann sie schneller und kostengünstiger gebaut werden. Eingesparte finanzielle Ressourcen können dann beispielsweise in die Barrierefreiheit investiert werden.“ Keine DIN-Norm bedeute nicht automatisch weniger Qualität.

Ebenfalls thematisiert wurde die in den vergangenen Wochen medial viel beachtete mögliche Olympia-Bewerbung von NRW für das Jahr 2032. Hier stand die Frage im Vordergrund, ob es möglich sei, die Menschen in NRW für eine Bewerbung, verbunden mit hohen Kosten, zu begeistern. „Eine Olympiabewerbung müsste von einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung getragen werden“, sagte Niessen. „Wenn Politik und Sport es gemeinsam schaffen, NRW bis zur Vergabe der Spiele 2032 im Jahr 2025 vom Schulsport über die Sportstätten und den Breitensport im Verein bis hin zum Spitzensport zum Bundesland Nr. 1 in Deutschland zu machen, dann könnte es auch eine Chance für eine breit unterstützte Olympiabewerbung aus NRW geben.“