Sportstätten – sanierungsbedürftig, veraltet und zu wenige

19.06.2017: Das Format „Dem Landessportbund die Meinung sagen – Sorgen und Nöte der Sportvereine in NRW“ machte am 13. Juni Station beim Brühler Turnverein. Einer der Diskutanten in der LSB Arena war Lars Görgens, Vorsitzender der DJK Wiking Köln und Vorstandsmitglied des Stadtsportbundes Köln.

Auf dem Bild (v.l.): Udo Schmitz, (1. Vorsitzender Bonn Capitals), Lars Görgens, Harald Dudzus (Vorsitzender KSB Rhein-Erft). (c) LSB NRW | Andrea Bowinkelmann

Ein dominierendes Thema an diesem Abend waren die Sportstätten und ihr Zustand: sanierungsbedürftig, veraltet und zu wenige, so die Kritik der anwesenden VereinsvertreterInnen. Verbesserungen der Infrastruktur und die Behebung des Sanierungsstaus´ seien dringend notwendig. Insbesondere bei dieser Thematik fühle man sich von der Politik vernachlässigt.
Dabei sei es aber die Politik, die die Grundlagen dafür schaffen müsse, damit die Vereine ihre gemeinnützige Arbeit leisten könnten, so der Konsens der Teilnehmenden. Dazu gehörten neben beispielsweise der Behebung von Schwierigkeiten in der Umsetzung des Bildungspaketes an der Basis insbesondere ausreichend intakte Sportstätten.
Der Kölner Vertreter Lars Görgens machte noch einmal deutlich, wie leichtfertig die Politik in Köln durch die langanhaltende Nutzung der Sporthallen zur Flüchtlingsunterbringung in Kauf genommen hat, so dass viele Sportvereine in größte Nöte geraten sind. „Der Wert und die hervorragenden Möglichkeiten, die der organisierte Sport vor allem auch im Bereich der Integration bietet, werden von der Politik nicht in dem Maße anerkannt, die sie eigentlich verdienen“, konstatierte Görgens. Kritik für die Stadt Köln gab es auch vom Präsidenten des Landessportbundes NRW (LSB), Walter Schneeloch. Er bemängelte neben den langfristigen Hallensperrungen auch die ungleiche Verteilung von Geldern in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen der Stadt.

Und was erwarten die Vereine vom LSB? Er solle dafür Sorge tragen, dass der Sport in der Politik nicht unter Wert verkauft werde, denn dieser erfülle nach wie vor wichtige gesellschaftliche Funktionen. Die Verantwortlichen des LSB nahmen indes auch die Vereine in die Pflicht: Sie müssten von sich aus mehr Verantwortung übernehmen. Der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer des LSB, Dr. Christoph Niessen, konstatierte, dass die Mitgliedsbeiträge oft zu gering seien und hier ein Umdenken stattfinden müsse. Auch die Gewinnung von Ehrenamtlichen sei, laut Schneeloch und Niessen, Aufgabe der Vereine. Der LSB könne ihnen die Suche selbst nicht abnehmen, durch Lehrgänge und Ausbildung im Vereinsmanagement wohl aber dazu beitragen, dass notweniges Wissen vermittelt werde und der Respekt vor der Verantwortung sinke. „Das Rekrutieren von Ehrenamtlichen ist eine wichtige und zugleich aufwendige Aufgabe“, sagte Schneeloch. „Ich halte es für sinnvoll und empfehle, den Vereinen, dafür eigens eine Person einzusetzen.“

Görgens resümierte: „Die LSB Arena war eine gelungene Veranstaltung. Durch die Mischung aus Vereinsvertretern und Verantwortlichen des LSB fand ein guter und reger Austausch unter allen Teilnehmenden statt, der den Sport in NRW hoffentlich weiter nach vorne bringen wird."