Die Flüchtlingskrise offenbart Verwaltungskrise und Politgerangel!

30.05.2016: 2. Flüchtlingsgipfel des SSB Köln am 20. Mai 2016

Peter Schiffmann und ich waren, wie viele Vereins- und Verbandsvertreter/innen, mit großen Erwartungen zur Trainerakademie gefahren und traten nach dem verbalen Schlagabtausch frustriert und maßlos verärgert wieder den Heimweg an.
In seinen Begrüßungsworten stellte der Vorsitzende des SSBK, Klaus Hoffmann, heraus, dass die Fremdbele-gung in Turnhallen sich nach dem 1. Flüchtlingsgipfel durch steigende Flüchtlingszahlen immer problemati-scher entwickelt hat und seit die Grenzen zu sind, der Erwartungsdruck aus den Vereinen zur Rückübertragung der Sporthallen riesig ist.
In der Vorstellungsrunde schilderten 4 ausgewählte Vereinsvertreter (darunter Lars Görgens, DJK Wiking und Holger Dahlke, MTV) mit viel Sachverstand und Herzblut die jeweilige prekäre Situation im eigenen Verein und die vielen negativen Aspekte für den Sport insgesamt. Die Verwaltungsseite vertraten am Tisch die Dezernentin, Frau Dr. Klein, der „Flüchtlingskoordinator“ in der Stabsstelle beim Büro der OBin, Herr Oster sowie vom Wohnungsamt Herr Ludwig. Die Politik vertrat der Vors. des Sportausschusses, Herr Krohn.
Weit ausholend wurde von den Vertretern der Verwaltung das Zahlenmaterial zur Unterbringung von Flücht-lingen in den letzten zwei Jahren nochmals in Erinnerung gebracht und der aktuelle Stand mit 24 Sporthallen, in denen noch immer 3.500 Flüchtlinge wenig menschenwürdig untergebracht sind verkündet. Noch in diesem Jahr will die Notfalltruppe 10.000 Unterbringungsplätze (nicht nur zur Notunterbringung) schaffen und bei reduzierten Zuweisungsquoten nach den Sommerferien erste Hallen wieder zurückgeben. Zum Rückgabezeitpunkt der letzten Sporthalle bissen sich alle auf die Zunge; dies zu verlangen sei unseriös!
Der Plan der Verwaltung zu diesem Maßnahmenpaket wird jedoch erst Anfang/Mitte Juni 2016 stehen und geht von weiterhin 150 Zuweisungen je Woche aus, die noch nicht amtlich sind. Nicht auszudenken, was folgt, wenn Erdogan sein politisches Ass ausreizt und die Grenzen auf dem Balkan wieder durchlässig werden.
Von den auf dem 1. Flüchtlingsgipfel angekündigten und versprochenen 4 – 5 Leichtbauhallen, steht erst eine mit 400 Plätzen!!! Eine weitere ist bestellt und eine weitere zurzeit in der Ausschreibung. Geht es nicht noch langsamer oder will die Verwaltung den Bau der Leichtbauhallen strecken, denn geeignete Grundstücke werden auch noch gesucht? Die Stadt Köln ist einer der größten komm. Grundstückseigentümer. Doch viele Planungsflächen sind reserviert, auch wenn diese erst, wenn überhaupt, in Jahrzehnten in Anspruch genommen werden.
Man will kurzfristig jetzt schon verstärkt „feste Unterkünfte“ schaffen, wohl wissend, dass deren Umsetzung entschieden länger dauert!!
Nein, die katastrophalen Auswirkungen für den Sport und die Integrationsarbeit in dieser Stadt, haben Politik und Verwaltung noch immer nicht erkannt. Da wiehert weiterhin der Amtsschimmel in der Zuständigkeit der Ämter/Dezernate, auch wenn den Herren Oster und Ludwig noch so der Rücken gestärkt wird. Auch die Politik brachte durch einen Wortbeitrag von Herrn Kron die Zerstrittenheit zur Kenntnis, dass politische Positionskämpfe im Ausschuss/Rat weiterhin „zum Geschäft gehören“. Auch die Ausschussmitglieder im Saal konnten ihren Protest nicht zurückhalten.
Die Körpersprache der Akteure machte das ganze Dilemma sichtbar. Erkennbar peinlich war dies alles Frau Dr. Klein, die schon einmal auf die Prognosen der städt. Experten reingefallen war.
Wo bleibt das Machtwort der Chefin, dass primär dem Schul- und Vereinssport geholfen wird und die Turn-hallen bis Jahresende 2016 verbindlich wieder geräumt sind! Wo bleiben die bereits im November versprochenen Leichtbauhallen, die schon längst stehen könnten, wenn man denn gewollt und deren Beschaffung auch zeitnah entschieden hätte!
Wir stehen vor dem Super Gau im Kölner Sport, sollte die nächste Flüchtlingswelle kommen!

Horst Maas
Verbandsvorsitzender
Turnverband Köln 1876 e. V.