„Profi- und Breitensport lassen sich zukünftig nicht mehr auseinander dividieren“

25.09.2018:

Dass Köln in den Augen des Stadtsportbundes Köln für das Label „Sportstadt“ noch sehr großen Nachholbedarf hat, ist hinlänglich bekannt. Dass diese Meinung aber auch Vertreter des Spitzensports, aus dem Bereich der Sportgroßevents und der Kölner Presse teilen, wurde auf der Podiumsdiskussion im Sport und Olympia Museum deutlich: Köln ist für alle Beteiligten derzeit keine Sportstadt – aus unterschiedlichsten Gründen.

„Das Grundproblem ist, dass Sport in Köln keine Chefsache ist“, resümiert Peter Pfeifer, Vorsitzender des Stadtsportbundes. „Das muss sich ändern, denn es verhindert derzeit vieles – nicht nur im Breitensport, sondern auch in anderen Bereichen, wie Alexander Wehrle, Stefan Löcher und Fred Wipperfürth ja bestätigten.“ Selbst der 1. FC Köln, der für die Stadt Wirtschaftsfaktor und mediales Aushängeschild ist, wird laut Wehrle von einigen Politikern eher als Bittsteller denn als Partner angesehen, so zum Beispiel bei den Punkten Stadion und Geißbockheim-Erweiterung.

Diese Rolle kennt der Stadtsportbund Köln nur zu gut: „Der Wert der ehrenamtlichen Arbeit beträgt laut Sportentwicklungsplan knapp 420 Millionen Euro im Jahr. Und obwohl wir in vielen unterschiedlichen Bereichen unterwegs sind – z.B. in der Inklusion, der Integration und im Senioren-Bereich – bekommen wir aus den jeweiligen Etats der Stadt kein Geld“, kritisiert Peter Pfeifer die mangelnde finanzielle Unterstützung. Sport sei ein öffentliches Kulturgut und sollte endlich auch als dieses anerkannt und gefördert werden. „Wenn man sich Sportstadt nennen will, dann müssen die gesamte Politik und die Verwaltung – auch außerhalb des Sportamtes – vom Wert des Sports durchdrungen sein“, so Pfeifer weiter.

Profi- und Breitensport stehen in Köln also vor ähnlichen Problemen; und diese werden wir nun gemeinsam angehen! Dabei wird nicht nur der organisierte Sport mit all seinen Akteuren mit einer Stimme sprechen, sondern auch Breiten- und Profisport gemeinsam. Wir werden uns als Vertreter des Breiten- und des Profisports – insbesondere auch mit Blick auf die Kommunalwahl 2020 – zukünftig nicht mehr auseinander dividieren lassen, sondern mit klaren Zielformulierungen an die Parteien herantreten und gemeinsam für den Kölner Sport agieren – dann können die Wählerinnen und Wähler entscheiden.