Enttäuschung in Jena

13.02.2012: Die 99ers verschlafen ihre erste Halbzeit gegen Jena so sehr, dass eine Aufholjagd in der zweiten Halbzeit erfolglos bleibt.

Björn Lohmann

Mit 62:53 mussten sich am vergangenen Samstag  die 99ers, die ohne den verletzten Jaap Smid antreten mussten, den Caputs geschlagen geben. Vor allem die Defense enttäuschte und gewährte Jena in der ersten Halbzeit alle Chancen.

 

„Wir haben in der ersten Halbzeit eine ganz bescheidene Defense gespielt. Das Comeback in der zweiten Halbzeit war gut, aber am Ende fehlte die  endgültige Konzentration und das Quäntchen Glück“, resümierte Coach Martin Otto nach 40 gespielten Minuten. Die 99ers konnten es in den ersten 20 Minuten nicht umsetzen, Topscorer Ahmet Coskun aus dem Spiel zu nehmen. 16 Punkte durfte er erzielen und hatte dabei eine 80%ige Trefferquote aus dem Feld – davon 5/7 aus der Distanz. Zu dem nutzen die Jenaer, in Person von Mehmet Hayirli, die schläfrige Help-Defense der Kölner eiskalt aus und hatten damit die perfekte Ergänzung zum Outside-Game von Coskun. Munter wechselten sie sich im Scoren ab, wodurch auch Hayirli überzeugen konnte. In den ersten 20 Minuten erzielte er 14 Punkte bei einer perfekten Trefferquote aus dem Feld und von der Freiwurflinie. Trotz der auch schwachen Offense in der ersten Halbzeit lag es im Wesentlichen am mangelnden Einsatz in der Defense, dass die Kölner mit 42:26 zur Halbzeit zurück lagen.

 

Es war für Coach Martin Otto eindeutig was sich verändern musste. Der Wille zu verteidigen musste bei den 99ers wieder einkehren und das forderte er auch in der Halbzeit von seinen Spielern vehement. Man musste das Duo Coskun/Hayirli aus dem Spiel nehmen und das sollte auch gelingen: Das Duo konnte in den zweiten 20 Minuten lediglich 7 Punkte zusammen erzielen. Die 99ers erwischten im dritten Viertel den besseren Start. Schnelle 4 Punkte brachten  sie wieder heran und das Spiel schien zu Gunsten der 99ers zu drehen. Doch in dieser Phase, wo sie das Spiel  hätten umbiegen können,  bestimmten Unkonzentriertheiten wiedermal das Geschehen und  zwei  Ballverluste  an der eigenen Grundlinie  nahmen den 99ers wieder den Wind aus den Segeln. Die 99ers konnten daher im Verlaufe des Viertels den Vorsprung Jenas insgesamt nur auf zehn Punkte verkürzen. Nach einem unglücklichen Treffer kurz vor der  Sirene, sahen sich aber die 99ers vor dem letzten Viertel immer noch mit einem 12-Punkte-Rückstand konfrontiert. Doch der Kampfgeist war da und die 99ers kämpften sich in den ersten 4 Minuten mit einem 8:2-Lauf wieder in Spiel zurück. Bei 6 Punkten Rückstand nahm Jena eine Auszeit und nahm dabei anscheinend den 99ers damit den Schwung. Eine Turnoverflut  – vielleicht bedingt durch die Nervosität wieder dran zu sein – war die Folge. In der entscheidenden Phase, das Spiel zu gewinnen, versagten abermals die Nerven. Den Sieg ließ sich Jena dann nicht mehr nehmen.

 

Bei der Aufholjagd glänzte aber vor allem Björn Lohmann. Er konnte durch einige Fastbreaks und Würfe aus der Mitteldistanz die 99ers in Spiel zurück bringen: „Björn hat heute auf einem ganz hohen Level  gespielt“,  sollte Martin Otto die Leistung des Low-Pointers am Ende des Spiels kommentieren. Doch trotz 14 Punkte und einer starken Trefferquote von 72% aus dem Feld stach vor allem seine defensive Intensität ins Auge. Nachdem Coach Martin Otto Björn Lohmann angewiesen hatte Ahmet Coskun zu verteidigen, konnte Coskun lediglich nur einen Punkt in der zweiten Halbzeit erzielen.

 

„Wir haben verdient verloren“, so Coach Martin Otto. Eine defensiv gute Leistung in der zweiten Halbzeit war einfach nicht genug, um gegen ein Team, das ums Überleben kämpft, zu gewinnen. Es blieb am Ende  die Erkenntnis, dass es nicht reicht nur in einer Halbzeit konzentriert ans Werk zu gehen, wenn man in der anderen Halbzeit 42 Punkte hergibt. Die Tatsache aber, dass Köln in der Lage war sich zusammenzuraffen und eine ansprechende und vor allem kämpferische Leistung in der zweiten Halbzeit zu zeigen, macht Mut für die kommenden Spiele der RBBL.

Sportart: Rollstuhlbasketball

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