Harter Brocken wartet auf die 99ers

26.01.2012: Selten wird es in der Sporthalle Bergischer Ring an einem Heimspielwochenende samstags so still sein, wie an diesem. Denn erst sonntags um 14 Uhr trifft der Bundesligist der 99ers mit seinen lautstarken Trommlern, den „TigerRollis“, auf den amtierenden Deutschen Meister RSV Lahn-Dill.

RSV Lahn-Dill. Im Grunde ist mit diesem Namen alles bereits gesagt. Im Grunde ist für jeden, der sich mit Rollstuhlbasketball auseinandersetzt dieser Name ein Begriff. In den letzten 14 Jahren konnte der RSV 16 Mal

einen nationalen Titel feiern: Acht Mal wurden er Pokalsieger und acht Mal Deutscher Meister. In der vergangenen Saison durfte er sich sogar „Weltpokalsieger 2010“ nach einem 63:54-Erfolg gegen die Perth Wheelcats in Kitakyushu, Japan, nennen. Große Spieler spielten und spielen heute noch in ihren Reihen. Namen wie Patrick Anderson, der letztes Jahr auch für die 99ers antrat, und Joey Johnson und Dirk Passiwan oder Steve Serio und Michael Paye würden bei nahezu jeder Topmannschaft Europas Begehrlichkeiten wecken. Eben dieser RSV Lahn-Dill stellt die nächste große Herausforderung für die Köln 99ers dar. Der RSV konnte auch in der bisherigen Saison durchweg überzeugen. In einer Phase ohne seine zwei Topspieler, die bei den panamerikanischen Spielen verweilten, musste das Team von der Lahn sich jedoch dem USC München geschlagen geben.

 

Es spricht nicht viel für Köln an diesem Wochenende – allem voran nicht die Statistik: In 16 Spielen gegen den RSV seit 1985 gab es 16 Niederlagen, die mal deftig, mal weniger deftig ausfielen. Im Hinspiel diesen Jahres mussten die 99ers sich mit einer 63:45-Niederlage begnügen. Grundsätzlich konnten sich die 99ers aber in dieser Saison zu Hause immer besser präsentieren als auswärts, so dass alle Hoffnung noch nicht erloschen ist. Ziel der 99ers es an diesem Wochenende sollte vor allem sein, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Nicht in jeder Liga gibt es die Chance sich mit Weltklassespielern zu messen und diese Erfahrung möchten die 99ers nutzen, um an ihrer Entwicklung für die kommenden Jahre zu arbeiten. Für unsere Nationalspieler Marina Mohnen, Björn Lohmann und Thomas Becker sind solche Duelle vor allem im Hinblick auf die Paralympics sehr bedeutend, da sie den Spielern die Chance geben, sich auf höchstem Niveau zu präsentieren, zumal mit Nicolai Zeltinger der Nationaltrainer der Herren und Coach des RSV mit Sicherheit die ein oder andere Erkenntnis auch mitnehmen könnte.

 

Gruppenauslosung der Paralympics

Vergangene Woche wurden die deutschen Gruppengegner für die am 29. August beginnenden 14. Paralympischen Spiele ausgelost. Die Damen, die in Beijing die Silbermedaille gewinnen konnten, treffen in der North Greenwich Arena auf China, Frankreich, U.S.A. und auf den Sieger der Ausscheidungsspiele zwischen Mexico und Südafrika. Vor allem die amtierenden Weltmeisterinnen aus Amerika dürften eine große Herausforderung darstellen. Nationalcoach Holger Glinicki äußerte sich optimistisch und gab nach der Auslosung Platz zwei als Minimalziel in der Gruppe aus. Die Herren treffen derweil in ihrer Vorrundengruppe auf mehr als einen Favoriten. Die Gegner lauten, Großbritannien, Japan, Kanada, Kolumbien und Polen. Hier stellen vor allem der amtierende Europameister Großbritannien und der zweimalige Paralympics-Sieger Kanada die größten Hürden dar. Die Herren- und Damen-Nationalmannschaft der Deutschen konnten beim letzten großen Turnier in Israel Silber und Gold gewinnen und sich somit für die Paralympics qualifizieren. Ob die erfolgreichen 99ers Spieler Marina Mohnen, Björn Lohmann und Thomas Becker auch an den Paralympics als Nationalspieler antreten werden, wird sich in den kommenden Monaten in Trainingscamps erst entscheiden.

Sportart: Rollstuhlbasketball

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