Rollstuhl-TT-Spieler Holger Nikelis gründet Verein „sport grenzenlos“

17.08.2012: Prominente Sportler werben mit ungewöhnlichen Aktionen für Behindertensport - Auftakt „Inklusionstour“: Galeria Kaufhof Köln Hohe Straße - Nächster Auftritt: Bundeskanzleramt Berlin

Millionen Menschen haben bei den Olympischen Spielen in London mit großer Begeisterung die Wettkämpfe verfolgt. Auch die nun bevorstehenden Paralympics werden die Zuschauer vor Ort und vor dem Fernseher wieder in ihren Bann ziehen.

Diesen gesellschaftlichen Stellenwert des Sport und die sich daraus ergebenden vielfältigen Möglichkeiten haben den Kölner Rollstuhl-Tischtennisspieler Holger Nikelis dazu veranlasst, im August 2012 den Verein „sport grenzenlos“ zu gründen. „Mein Ziel ist es, die
Öffentlichkeit für das Thema Inklusion zu sensibilisieren. Deshalb möchte ich prominente Sportler für den Verein gewinnen, die gemeinsam mit mir bei unterschiedlichen Aktionen für den Sport von Menschen mit Behinderungen werben“, sagt der 34 Jahre alte Kölner.

Vorurteile abbauen, Faszination wecken
Mit Projekten und Veranstaltungen will Nikelis die Wahrnehmung des Behindertensports erhöhen, Vorurteile abbauen und die Faszination für den Sport von Menschen mit Behinderungen auf allen Ebenen -vom Hobby-bis zum Spitzensport -wecken. „Wir wollen vor allem bei Kindern und Jugendlichen für das Thema werben. Das ist für mich schon seit
langem eine Herzensangelegenheit“, sagt Nikelis. 
Als eines der ersten Projekte des Vereins hat der Paralympicssieger von Athen 2004 und zweifache Weltmeister Nikelis eine „Inklusionstour“ ins Leben gerufen. An außergewöhnlichen Standorten wie Flughäfen, Museen, Bahnhöfen, Messen oder Warenhäusern bringen Tischtennis-Behindertensportler der Weltklasse der Öffentlichkeit in Mitmach-und Showaktionen den Sport von Menschen mit Behinderungen näher. Auftakt der Tour war am Donnerstag, 16. August, in der Sportabteilung der Galeria Kaufhof Köln Hohe Straße.

Hier zeigte Nikelis zusammen mit dem internationalen Top-Spieler im Behinderten-Tischtennis und beinamputierten Thorsten Schwinn sowie dem Nachwuchsstar und amtierenden Deutschen Meister Valentin Baus den großen und kleinen Kunden und Sport-Fans sein Können. Diese hatten die Gelegenheit, sich mit den Stars zu messen.

Galeria Kaufhof als ideale Plattform
„Wir freuen uns sehr, in der Galeria Kaufhof einen ersten Aktions-Partner gefunden zu haben, der unsere Idee unterstützt und uns eine ideale, barrierefreie Plattform für die Inklusionstour bietet“, sagt Nikelis.
„In der kurzen Pause zwischen den Olympischen Spielen und den Paralympics waren wir sehr gerne Gastgeber für diese sportliche Aktion, an der unsere Kunden sehr viel Spaß hatten. Denn hier konnten sie Spitzensport nicht nur hautnah miterleben, sondern selbst gegen einen
Paralympicssieger antreten“, sagt Michael Hövelmann, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof Köln Hohe Straße.

Für Andrea Ferger-Heiter, Demografie-Beauftragte der GALERIA Kaufhof GmbH, steht noch ein weiterer Aspekt im Vordergrund: „Es gibt in unserer Mitarbeiterschaft bereits zahlreiche Beispiele für gelebte Inklusion. Auch arbeiten wir daran, unsere Kunden für das Thema zu sensibilisieren. Zudem gehen wir auf die Bedürfnisse behinderter Menschen ein: So sorgen wir dafür, dass immer mehr unserer Filialen barrierefrei zu erreichen sind. Auch bieten wir an vielen Standorten eine Einkaufsbegleitung für blinde und sehbehinderte Menschen an um nur zwei Beispiele zu nennen. Deshalb haben wir das Anliegen von Holger Nikelis gerne als Gastgeber unterstützt.“

Nächste Bühne: Bundeskanzleramt Berlin
Für seine Idee hat er neben Schwinn und Baus bereits auch einige andere Tischtennis-Behindertensportler wie den Vize-Weltmeister Selcuk Cetin, die internationale Top-Spielerin Steffi Grebe oder den ehemaligen Paralympicssieger und Nationaltrainer Charly Weber
gewinnen können. Nikelis: „Ihre Bekanntheit und ihr Engagement werden wir für unser Vorhaben nutzen. In Zukunft hoffen wir, auch prominente Athleten aus dem Nicht-Behindertensport und anderen Sportarten für unseren Verein begeistern zu können.“

Ähnliche Aktionen wie die in der Galeria Kaufhof sind bereits in Planung, verrät Nikelis. Schon am Samstag, 18. und Sonntag, 19. August wird er auf Einladung des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) zusammen mit seinem Trainer Michael Meißner beim Tag der Offenen Tür im Bundeskanzleramt in Berlin auftreten, um dort für seinen Verein und den
Behindertensport zu werben. Zudem möchte er zusammen mit den Spitzensportlern gezielt Vereine, Schulen, Kindergärten oder Freizeiteinrichtungen besuchen, um bei Kindern und Jugendlichen Berührungsängste abzubauen und aufzuklären. „Ich mache das privat schon seit vielen Jahren und stoße dabei immer wieder auf großes Interesse und begeisterte junge Menschen“, sagt der Spieler des
RSC Köln.

Kommunikative Begleitung in sozialen Netzwerken
Auch plant Nikelis die Entwicklung und Umsetzung innovativer und inklusiver
Sportveranstaltungen und die Einrichtung eines Förderpools für ambitionierte paralympische Sportler. Für diese Projekte sei es jedoch wichtig, weitere Partner, Sponsoren und Förderer für den Verein zu finden, betont der aktuelle Weltranglistenerste im Rollstuhl-Tischtennis.

Eine umfangreiche kommunikative Begleitung der Aktionen des Vereins soll für zusätzliche mediale Aufmerksamkeit sorgen. So errichtete Nikelis im sozialen Netzwerk Facebook bereits eine eigene Seite: www.facebook.com/sport.grenzenlos. Nikelis: „Hierüber möchten wir
Interesse wecken und eine Fan-Base aufbauen, die wir mit Terminen, News, Fotos und Videos zu unseren Projekten auf dem Laufenden halten können.“

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