Sportentwicklungsplanung Köln

14.06.2017: Welchen Beitrag kann der Sport zum Erreichen der Stadtteilziele leisten?

(c) LSB NRW I Andrea Bowinkelmann

Die Stadt Köln hat unter Mitwirkung des Stadtsportbundes und der Sportjugend eine Sportentwicklungsplanung in Auftrag gegeben. Diese soll primär die Frage beantworten, welchen Beitrag der Sport zum Erreichen der Stadtteilziele leisten kann.
Dazu wurde das Planungsbüro von Professor Robin Kähler beauftragt, das ebenfalls eine Sportentwicklungsplanung für die Stadt Bonn durchführt. Themen der Sport- und Vereinsentwicklung sowie Örtlichkeiten für Sport und Bewegung sollen hierbei identifiziert werden. Quartiersbezogene Erweiterungen, Anpassungen, Sanierungen und Modernisierungen von vorhandenen Sporthallen und Sportaußenanlagen stehen genauso im Fokus dieser Untersuchungen wie beispielsweise Maßnahmen, die zur Verbesserung eines bewegungsbezogenen Umfeldes dienen (eine detaillierte Auflistung der identifizierten Bereiche und der Themen finden Sie am Ende des Artikels).

In einer ersten Sitzung der Arbeitsgruppe, der auch der Stadtsportbund mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Peter Rücker und der Sportjugend angehört, wurde festgelegt, dass alle Beteiligten gemeinsam Themen der Sportentwicklungsplanung und Örtlichkeiten für Sport und Bewegung identifizieren, die in den jeweiligen Aufgabenbereich fallen. Angesichts der Verdichtung und der Flächenkonkurrenz sollen hierbei auch Flächen bedacht werden, die bislang einen anderen primären Zweck hatten – wie etwa Schulhöfe, Spielplätze, Vereinsanlagen für Individualsport oder Grünflächen für Schul- und Vereinssport (eine detaillierte Auflistung der benannten Flächen finden Sie am Ende des Artikels).

Professor Kähler und sein Team werden aus den Datenerhebungen, bei denen auch eine repräsentative Vereinsbefragung Teil ist, und den Ergebnissen der Arbeitsgruppe fünf finanzier- und umsetzbare Musterprojekte identifizieren und der Stadt Köln vorschlagen.
Im Vorfeld der Vereinsbefragung findet am 6. Juli (19 Uhr, Trainerakademie) eine Informationsveranstaltung für die Kölner Vereine statt, in der der Stadtsportbund Köln zusammen mit Herrn Professor Kähler das Projekt vorstellt und gemeinsam mit den Vereine ihre Ideen und Vorstellungen diskutieren möchte.

 

Identifizierte Bereiche für die Sportentwicklungsplanung:

  • Städtische Sportinfrastruktur (Immobilienwirtschaft, Wohnungsentwicklung) 
  • Bildungseinrichtungen (Schulentwicklung, Schulsportinfrastruktur, Bildungslandschaften) 
  • Sportorganisationen (Infrastruktur, Angebote, soziale Projekte, Öffnungen, Vereinsstrukturen)
  • Freiräume (Grünentwicklung, Vernetzung, Sport- und Bewegungsinfrastruktur, Grüne Infrastruktur) 
  • Stadteile und Sozialräume (Versorgungsungleichheiten, Quartierbezug, Vernetzung, Interkulturalität) 
  • Verkehr (Rad/Rollmobilität, ÖPNV, Vernetzungen, Qualität) 
  • Stadtverwaltung (Intersektorale Zusammenarbeit)

Weitere Themen:

  • Maßnahmen zur Steigerung der Barrierefreiheit
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität durch Radverkehr (z.B. Qualitätsverbesserung, Erweiterung des Radwegenetzes, Neuausweisungen von Schnellradwegen, Radstellplätze, Radverleihsysteme)
  • Verbesserung der Zugänglichkeit zu Sportstätten, -räumen, Erholungsanlagen durch ÖPNV
  • Planungen für Großsportveranstaltungen von besondere Bedeutung und Ausstrahlung
  • Unterstützung für sportbezogene Wirtschaftsbetriebe        
  • Beteiligungen der Stadt an Aktivitäten und Projekten von Krankenkassen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen (z.B. Planungsunterstützung laut Krankenkassengesetz, Gesundheitsangebote)

 

Folgende Flächen wurden benannt:

  • Spielräume, die auch sportlich genutzt werden können
  • Grünräume (Stadtgrün), die auch für Sport, Spiel, Bewegung und Erholung nutzbar sind
  • Öffentliche Anlagen, die nun auch für sportliche oder bewegungsorientierte Nutzungen geöffnet, ertüchtigt oder saniert werden
  • Umnutzungen, Neunutzungen von gedeckten Anlagen wie Industriehallen, Brachen für sportliche Nutzungen
  • Quartierbezogene, sozialräumliche Maßnahmen, die zur Verbesserung eines bewegungsbezogenen Umfeldes dienen (z.B. in Jugendzentren, Quartiervereinen, Stadtteilinitiativen)
  • Erweiterungen, Anpassungen, Sanierungen, Modernisierungen von schulischen Sporthallen und Sportaußenanlagen und Schulhöfen
  • Sport- und Bewegungsangebote und Projekte insbesondere für Kinder/Jugendliche, Ältere, Frauen, ausländischen Wurzeln, Menschen mit Handicap, auf der Flucht