Inklusion im Sport

Heterogenität, Vielfalt, Zugehörigkeit, …
Das sind die Worte, die einem einfallen, wenn man das in Deutschland immer noch sperrige Wort „Inklusion“ hört. Doch was genau steckt hinter diesem Begriff, hinter dieser Aufgabe?

Inklusion
Inklusion bezeichnet „die Förderung der wirksamen, selbstbestimmten und gleichberechtigten Teilhabe und Teilnahme von allen Menschen am gesellschaftlichen Leben von Anfang an, unabhängig von ihrer Kultur, Alter, Geschlecht, sexuelle Identität, Behinderung und Religion“ (Index für Inklusion im und durch Sport. Ein Wegweiser zur Förderung der Vielfalt im organisierten Sport in Deutschland, 3. Auflage (2015), S.104). Inklusion ist laut der Behindertenrechtskonvention seit 2006 „Menschenrecht“, international verankert und anerkannt. Damit soll die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung beendet werden; sie werden als vollwertige Bürger einer modernen, sich human weiter entwickelnden Gesellschaft akzeptiert.

Inklusion auch im Sport
Der Stadtsportbund Köln e.V. entwickelt durch die enge Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsvereinen eine inklusive Sportlandschaft in Köln. Den Menschen mit Behinderungen sollen zahlreiche und vielfältige – inklusive und auch behinderungsspezifische – Sportangebote zugänglich gemacht werden. Denn auch der Sport als Teil bürgerschaftlichen Lebens will Menschen mit Behinderungen in die „Mitte der Gesellschaft“ bringen, damit ihnen Bewegung, Spiel und Sport für ihre körperliche und soziale Gesundheit möglich werden. Das Motto lautet: Sport für Alle – BEHINDERT ODER NICHT.

Mit der 2013 vorgenommenen Satzungsänderung bekennt sich der Stadtsportbund Köln e.V. in besonderer Weise dazu, die Situation von Menschen mit Behinderungen in ihrer Vielfalt im Sport zu verbessern. Ein Mitglied des ehrenamtlichen Vorstands ist dafür von der Mitgliederversammlung gewählt worden.

1.   Barrierefreie Sportstätten
Eine der Hauptaufgaben besteht zurzeit darin, den Bau und Betrieb barrierefreier Sportstätten aus der Sicht des Sports zu definieren und Fachleute sachbezogen zu beraten. Inklusion kann schließlich nur gelingen, wenn Menschen mit ihren verschiedenen Behinderungen überhaupt die Chance haben, die Sportstätten zu nutzen.

2.   Übungsleiter-Fortbildung
Inklusiver Sport braucht qualifizierte Leitung. Der SSBK ermöglicht die Übungsleiter-Fortbildung (C-Übungsleiter oder C-Trainer) zur Befähigung für inklusiven Sport im Kindes-, Jugendlichen-, Erwachsenen- und im Seniorenalter. Der SSBK und damit seine Mitgliedsvereine bieten damit für die Praxis der Sportler den wichtigsten Schritt zur inklusiven Sportlandschaft in Köln, um die inklusiven bzw. behinderungsspezifischen Sportangebote weiter ausbauen zu können. Diese sollen vor allem in Wohnortnähe mit Gleichgesinnten und nicht-behinderten Sportlern erfolgen. Maxime ist: „Inklusion findet im Verein statt“.

3.   Weitere Maßnahmen
Der SSBK bietet Vorträge vor Sport-, Schul- und Sozialpolitikern, vor Sportfunktionären und Stiftungen und darüber hinaus Workshops zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch mit den Vereinsvertretern und Übungsleitern.

In Köln besteht bereits seit 2009 eine gemeinsame „Steuerungsgruppe“ für alle Fragen und Themen des Sports der Menschen mit Behinderungen und für den „Sport für Alle – BEHINDERT ODER NICHT“, also den inklusiven Sport.

Die Mitglieder der Steuerungsgruppe sehen diesen Sport ebenso als sport- wie auch als sozialpolitische Aufgabe. Sie beraten den Stadtsportbund Köln e.V. und die Sportjugend Köln. Als sportliche Interessenvertreter wirken zahlreiche Fachleute mit: aus Sportvereinen, von der Deutschen Sporthochschule Köln, dem Forschungsinstitut Behinderung und Sport e.V., der Kämpgen-Stiftung, dem Deutsche Jugend Kraft (DJK)-Sportverband, vom Kölner Zentrum für selbstbestimmtes Leben sowie vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen.

Mitarbeiter aus dem Büro des Behindertenbeauftragten der Stadt Köln und vom Sportamt Köln können als Teil ihrer dienstlichen Aufgaben die verwaltungstechnischen Belange einbringen. Die Steuerungsgruppe wird von Univ.-Prof. (i.R.) Dr. Jürgen Innenmoser geleitet.

Der StadtsportBund Köln e.V. will in seiner zentralen Informationsstelle allen Betroffenen, Eltern von behinderten Kindern und Jugendlichen oder auch Senioren alle Fragen zum „Sport für Alle – BEHINDERT ODER NICHT“ oder zu behinderungsspezifischen Sportgruppen beantworten. Dazu gibt es seit Anfang 2017 im SSBK eine hauptamtliche Mitarbeiterin, die umfassend beraten kann. Primäre Aufgabe dieser Stelle ist es, alle Informationen zur Sache, z.B. von den Vereinen, den Ämtern, den Organisationen zu sammeln und sie so breit wie möglich zu kommunizieren.

Hier stellen wir Ihnen Inklusions-Projekte von Kölner Vereinen vor:
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Behindertensportbeihilfe

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