Die Sportfamilie reicht der Wirtschaft die Hand

05.06.2019: Mit der Auftaktveranstaltung „Wirtschaft trifft Sport“ im Sport & Olympia Museum zeigte sich die Sportfamilie am Dienstagabend als Einheit und mit klarem Fahrplan für die Zukunft.

Mit der Auftaktveranstaltung „Wirtschaft trifft Sport“ im Sport & Olympia Museum zeigte sich die Sportfamilie am Dienstagabend als Einheit und mit klarem Fahrplan für die Zukunft. Sportstadt Köln e.V. und Stadtsportbund Köln e.V. luden Vertreter der Kölner Wirtschaftsunternehmen zum Dialog ein, um über gemeinsame Potentiale, Ziele und Projekte zu sprechen.

Der städtische Sportentwicklungsplan soll dabei als Leitfaden für zukünftige Projekte im Kölner Sport dienen. „Die Stadt hat mit dem Sportentwicklungsplan eine große Vorleistung erbracht, wir wollen diese Chance nun geschlossen angehen. Dazu laden wir auch die Wirtschaft ein, denn die Unternehmen können selber profitieren“, betonte Andreas Kossiski, Vorsitzender von Sportstadt Köln e.V. und stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportbundes. Und wie genau? Darauf haben die Gutachter des Sportentwicklungsplans Antworten. Sport ist ein relevanter Wirtschaftsfaktor, die jährlichen sportbezogenen Ausgaben der Kölner belaufen sich auf knapp 500 Mio. €, dabei bleibt der Großteil der Ausgaben, im Gegensatz zu anderen Branchen,  tatsächlich in Köln. „Die Sportbranche ist ein Local Business, von der die Unternehmen vor Ort profitieren“, bestätigte der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Lutz Thieme, der als Referent zu Gast war.
Und auch die Sporttreibenden selber sind für die Wirtschaft interessant: „Etwa ein Viertel der Kölner Bevölkerung ist im Sport organisiert, das ist ein enormes Potential!“, merkt Peter Pfeifer , Vorsitzender des Stadtsportbundes, an. Im Sport lerne man Teamfähigkeit, Disziplin, mit Niederlagen umzugehen und vieles mehr, was im Berufsleben gefragt sei. Hinzu komme das enorme ehrenamtliche Engagement, das meist von sportlich Aktiven geleistet werde und dem ein ökonomischer Gesamtwert von 410 Mio. € zugerechnet werden könne.
Wirtschaftliches Engagement im Sport beläuft sich tatsächlich nicht nur auf klassisches Sponsoring. Es geht auch darum die Unternehmen in Bewegung, und den sportlichen Nachwuchs in die Unternehmen zu bringen. Es geht um soziales Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür gibt es bereits erfolgreiche Projekte, wie die „Athletenworkshops“ und den „Mitternachtssport“, die auf Kooperationen mit der Wirtschaft angewiesen sind.

Weitere Projekte sind in Planung und bieten laut Sportamtsleiter Gregor Timmer vielfältige Möglichkeiten der Beteiligung. So soll im inneren Grüngürtel zwischen Herkulesberg und Aachener Straße eine Laufstreckenmarkierung entstehen, die auch Firmen einladen soll, Laufgruppen ins Leben zu rufen und zu betreuen. Es soll ein „Sport-Kiosk“ entstehen, als Anlaufstelle für Freizeitsportler, wo Sportgeräte verliehen werden. Ein „Sport-Labor“ soll Raum für Innovationen und Workshops bieten, eine ideale Möglichkeit sich als Startup-Unternehmen zu präsentieren.  Die Neugestaltung des Rendsburger Platzes in Mühlheim ist ein weiteres Projekt, das zur Partizipation im Sozialraum einlädt, aber auch das Bauprojekt „barrierefreies Sportzentrum“, dass von den Köln99ers ins Leben gerufen wurde.

Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sind also gegeben und bieten einen Mehrwert für alle Beteiligten. Wichtig ist es, nun in Dialog zu treten und gemeinsam zu gestalten. Das ist mit einer Veranstaltung nicht getan, deswegen soll im September eine zweite Veranstaltung stattfinden, bei der gemeinsame Projekte konkretisiert werden.

Text: Nikolai Hirt