Ein Kölner Sportverein räumt auf

19.10.2018: Mitglieder und Freunde des Autbord- und Motoryacht-Clubs Köln säubern ehrenamtlich den Rhein

Ulrich Vielhauer bedient den Kran am Rheinufer

Was der Rhein bei Niedrigwasser freigibt, reicht von Verkehrsschildern über Räder bis hin zu Einkaufswagen und allerlei anderem Schrott, der scheinbar vor langer Zeit seinen Weg in das Gewässer gefunden hat. Keine Behörde fühlte sich zuständig – nicht die Stadt, nicht die Bezirksregierung und nicht das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt.

Im Zuständigkeitschaos der Stadt Köln haben Mitglieder und Freunde des  Autbord- und Motoryacht-Clubs Köln (KAMC e.V.) kurzerhand  selbst die Initiative in Sachen saubere Umwelt auf dem Rhein ergriffen.  „Alle sprachen über die Uferverunreinigung der Altstadt und keiner fühlt sich dafür zuständig“, berichtet Ulrich Vielhauer, Sportleiter des Kölner Vereins, über den Ursprung der Idee. „Hier sahen wir als KAMC e.V. die Gelegenheit zu zeigen, dass wir zu unserem Umweltbewusstsein stehen und dieses kurzerhand umsetzen können.“

An bisher zwei Tagen haben sie knapp 2,5 Tonnen Eisenschrott aus dem Rhein gefischt. Zunächst mit einer selbstgebauten Angel – danach dann auch mit Traktor und Kran, die sie unentgeltlich zum Einsatz mitbrachten. Ein Vereinsmitglied watete im wasserdichten Angelanzug im Rheinbett umher, um den Schrott aus der Tiefe zu bergen. Beim zweiten Aktionstag schlossen sich kurzzeitig  Berufsfeuerwehr und Umweltamt der Stadt Köln der Aktion des KAMC an.

„Insgesamt haben wir 70 Fahrräder, 15 Einkaufswagen, fünf  Skateboards, acht Marktstände und vier Verkehrsschilder mit Stahlpfosten herausgefischt“, berichtet Ulrich Vielhauer. „Weiterhin unter anderem drei Bauzaunmatten, zwei große Bolzenschneider, drei Baustellenabsperrgitter und viele diverse Kleinigkeiten.“ Eine schwere, prall mit Wasser und Schlamm gefüllte Reisetasche mit Einbruchswerkzeugen wie Brecheisen und verschiedenen Hämmern sowie und 2 Flachbildschirmen zählt dabei zu den kurioseren Funden, die am zweiten Aktionstag in sechs Stunden von acht Clubmitgliedern geborgen wurden. Abgeholt wurde das Sammelsurium an Schrott von den Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB).

 „Diese tolle Aktion zeigt einmal mehr, dass Mitglieder von Sportvereinen gesellschaftliche Verantwortung über den Sport hinaus übernehmen“, sagt Peter Pfeifer, Vorsitzender des Stadtsportbundes Köln. „Während in der Stadt seit Wochen gerätselt wurde, wer denn nun für die Bergung zuständig ist, packen diese Vertreter ehrenamtlich unkompliziert und unbürokratisch an. Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer.“